Immer
mehr Städte lernen voneinander
Trotz leerer
Kassen arbeiten die Städte
an einer Steigerung ihrer Attraktivität
Masterpläne
auf dem Vormarsch
Über einhundert Städte
haben sich an einer großen Umfrage der
Stiftung „Lebendige Stadt“ in Abstimmung
mit dem Deutschen Städtetag beteiligt. Jetzt
liegen erste Ergebnisse vor:
- Immer mehr Städte nutzen die Erfahrungen
anderer Städte, um davon zu lernen. So gaben
drei Viertel aller Städte, die eigene Illuminationsprojekte
planen, an, auf das Know-how anderer Städte
zurückzugreifen. 70% aller Städte kannten
dabei die von der Stiftung „Lebendige Stadt“ realisierte
Illumination der Hamburger Speicherstadt. Der
Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Andreas
Mattner: „Unser Ziel ist es immer, Best-practise-Beispiele
zu fördern und das Wissen dann anderen Städten
zur Verfügung zu stellen. Zahlreiche Oberbürgermeister
haben sich inzwischen mit uns zusammen die Speicherstadt
angesehen und planen nun eigene Projekte – z.B.
in Leipzig, Köln, Salzburg und Karlsruhe.“
- Auch die Umfrage bestätigt dies: Obwohl
die teilnehmenden Städte im Durchschnitt
bereits mit fast 1.300 Euro pro Einwohner verschuldet
sind – in der Spitze mit bis zu 3.700
Euro – halten
sie langfristige Investitionen in ihre Attraktivität
für wichtig. Für besonders geeignet
halten die Städte dabei die Pflege öffentlichen
Grüns (86%), Stadtfeste (83%), die Revitalisierung
von Brachen (76%) sowie Illuminationsprojekte
und Public-Private-Partnerships (je 58%).
- Die Städte belassen es dabei nicht bei
Lippenbekenntnissen: In den nächsten drei
Jahren planen zwei Drittel eigene Illuminationsprojekte,
58% weitere Brunnenprojekte und 57% weitere
Parkanlagen. Folkert Kiepe, Bau- und Stadtentwicklungsdezernent
des Deutschen Städtetages: „Die
Städte
wollen und müssen sich im Standortwettbewerb
behaupten. Es ist daher richtig, wenn auch
in Zeiten größter Haushaltsengpässe
in die Zukunft investiert wird. Viele Städte
haben allerdings bereits dermaßen sparen
müssen, dass für zusätzliche
Projekte kaum noch Geld vorhanden ist. So wird
nach der
Umfrage auch in Zukunft die Anzahl der Brunnenstilllegungen
leider die der Wiederinbetriebnahmen übersteigen.“
- Schon
aus Kostengründen geht der Trend
daher zu einer ganzheitlichen Betrachtung der
Stadt: Immer mehr Städte realisieren nicht
mehr isolierte Einzelprojekte, sondern versuchen, über
einen Masterplan langfristig die Gestalt der
Stadt zu verändern und dabei die private
Seite mit einzubeziehen. So gibt es bereits
in 37% der Städte einen Grün-Masterplan,
ebenfalls in 37% der Städte gibt es Quartiere
mit einem Farbmasterplan und in 17% der Städte
sind inzwischen Lichtmasterpläne entstanden.
Internationales Vorbild hierbei ist Lyon, das
mit Hilfe mehrerer Masterpläne inzwischen
zur Vorzeigestadt geworden ist. (Weitere Details
zu Lichtmasterplänen finden Sie unter www.lebendige-stadt.de/de/projekte/licht.htm)
Die
gesamten Ergebnisse wird die Stiftung rechtzeitig
zu ihrem Symposium „Stadtgestaltung – innovativ,
intelligent, kostengünstig“ veröffentlichen,
das mit Unterstützung des Deutschen Städtetages
am 9. und 10. Oktober 2003 in Leipzig stattfindet. In der gemeinnützigen Stiftung „Lebendige
Stadt“ arbeiten seit über drei Jahren
zum ersten Mal in Deutschland Persönlichkeiten
aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft
und Medien zusammen, um gemeinsam die kulturelle
Vielfalt der europäischen Städte zu
fördern. Bis zum Ende dieses Jahres wird
die Stiftung seit ihrer Gründung rund 14
Millionen Euro an Fördervolumen bewegt haben – so
etwa in diesem Jahr für die Aufwertung des
Hamburger Jungfernstiegs oder für die Neugestaltung
des Nikolaikirchhofes in Leipzig. Weitere Informationen
zur Stiftung im Internet unter www.lebendige-stadt.de.
Hamburg, 30. Juli 2003
Kontakt:
Dr. Andreas Mattner, Telefon 040 / 60 87 61 60,
www.lebendige-stadt.de |