Informationen zu dem Projekt
„Neugestaltung der Bürgergärten in Arnsberg“
Historische Gärten und
Gartenhäuser in Arnsberg

Die Stadt Arnsberg hat zwei vom
Verfall bedrohte klassizistische Gartenhäuser, die
in der Zeit von 1822-1850 errichtet wurden und
einige der letzten ihrer Zeit in Westfalen sind,
mit umgebenden Flächen erworben und sie so vor dem
Verfall und Abriss gerettet.
Das Landschaftsarchitekturbüro „Scape“ aus
Düsseldorf hat im Auftrag der Stadt Arnsberg die
Entwicklungsmöglichkeiten der Gärten mit ihren
Häusern im Jahre 2007 eingehend untersucht. Das
Ergebnis des Gutachtens zeigt die großen
Potenziale des Ortes auf.
Ein wesentliches Resultat der Studie ist es, dass
die Qualitäten und Eigenarten, welche die Gärten
mit ihren Gartenhäusern repräsentierten - sowie
das damalige Verständnis von Landschaft und
Gartenkultur – noch heute deutlich ablesbar und
erfahrbar sind. Dank seiner vorhandenen
klassizistischen Bauten und den gut erhaltenen
dazugehörigen Gartenhäusern, die fach- und
denkmalgerecht restauriert wurden, ist das
städtebauliche Ensemble einmalig in Westfalen.
Die Sanierung der Gartenhäuser findet großen
Zuspruch in der Arnsberger Bevölkerung. Bei zwei
Baustellenbesichtigungen konnten sich am 29. Juli
2008 und 12. August über 100 interessierte
Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Fortgang
der Restaurierungsarbeiten informieren (siehe
Zeitungsartikel). Der Ruhrtalradweg mit jährlich
mehr als 10.000 Radtouristen führt westlich an den
Gartenhäuschen vorbei. An den Eingängen zum
Gartengrundstück werden Abstellmöglichkeiten für
Fahrräder eingeplant. Auf diesem Weg werden viele
Besucher der Stadt direkt zu den Gartenhäuschen
geführt.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL hat die
beiden Gartenhäuser im Juli 2008 zu Denkmälern des
Monats gewählt.
Die Sanierung und die anschließende
Gartengestaltung wird von mehreren Seiten
finanziell unterstützt. Ohne die Unterstützung
durch die Stiftung „Lebendige Stadt“ und die
Handwerkskammer Süd-Westfalen sowie die Förderung
durch den LWL und das Ministerium für Bauen und
Verkehr NRW wäre die Realisierung dieses Projektes
nicht möglich gewesen.

Sanierung der historischen Gartenhäuser „Twiete“
und „Arme Schulschwestern“
Die Gartenhäuser sind aus Fachwerk gebaut und mit
Schiefer verkleidet, wie es in der Region typisch
ist. Beide haben ihre Türöffnungen an der Ostseite
und laden so den oberhalb im Garten stehenden
Betrachter ein, die kleinen Häuser zu betreten.
Umgekehrt hat man auf der Türschwelle den Blick in
den Garten hinauf und damit auf die gestaltete
Natur.
(siehe Darstellung der Sanierung, bzw.
Gartengestaltung)
Im Oktober 2008 wurde die Sanierung der
Gartenhäuser abgeschlossen. Jetzt beginnt die
Entwicklung der Gärten. Ziel ist eine behutsame
Neuinterpretation der im Ansatz noch erkennbaren
Gestaltungsabsichten.
Das Konzept (siehe Anlage) sieht die
Wiederherstellung des dichten Waldrandes an der
Hangkante vor, freiwachsende Hecken gliedern die
Anlage in drei Teilbereiche: Gartenhaus „Twiete“,
Gartenhaus „arme Schulschwestern“ und der
Hanggarten mit Aussichtsplattform. Die
Sichtbeziehungen zu den ehemaligen Wohnhäusern
werden durch die Beseitigung von störendem Bewuchs
gestärkt. Die Gartenhäuser mit ihren
Prachtstaudenbeeten definieren die Endpunkte der
Gartenwege.
Die Gestaltung der Gartenfragmente wird
entsprechend dem vermuteten Charakter der
ehemaligen Anlagen vorgenommen. Der Garten „Twiete“
wird offen und repräsentativ gestaltet und der
Garten der „armen Schulschwestern“ dagegen
intimer, mit einer extensiven Gestaltung der
Gartenplateaus mit wenigen Wegen, Rasenflächen,
Ziersträuchern und Staudenbeeten.
Unterstützung des Projektes durch die Stiftung
„Lebendige Stadt“
Durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung
„Lebendige Stadt“ ist es möglich, der Erschließung
der Anlage bzw. der Gestaltung der Wege besondere
Aufmerksamkeit zu schenken. Sie sind ein wichtiger
Teil des Gesamtkonzeptes und sollen unter
Berücksichtigung der historischen Situation
angelegt werden. Die Wege erhalten eine Einfassung
mit Natursteinen und werden mit Gussasphalt mit
beigefarbener Absplitterung belegt.
Die Eingangsstufen des Gartenhauses „Arme
Schulschwestern“ sind ebenfalls aus Naturstein und
werden von einem ovalen Vorbereich eingefasst. Der
Eingangsbereich wird eine hochwertige Pflasterung
z.B. mit Flusskieseln erhalten, die der
historischen Situation entspricht.
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