Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität
Die Vielfalt der Natur ist
unverzichtbar für Gesundheit, Lebensqualität, das
Stadtklima, Freizeit und Erholung. Grünflächen
unserer Städte könnten durch geeignete Planung und
zielorientiertes Management wahre „Naturparadiese“
sein. Politik und Verwaltung haben in vielfältiger
Weise große Einflussmöglichkeiten auf den Schutz
unserer Natur. Der Klimawandel und Verlust der
Biodiversität setzen Städte und Gemeinden unter
erhöhten Handlungsdruck und erfordern Aktivitäten,
die über ihre Pflichtaufgaben hinausgehen.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. lobt im Jahr 2010,
dem Jahr der „internationalen Biodiversität“, mit
inhaltlicher und finanzieller Unterstützung der
Stiftung „Lebendige Stadt“ den nationalen
Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“
aus. Die Gewinnerstadt erhält ein Preisgeld von
50.000 Euro. Verbunden ist damit das Ziel, die
relevanten Akteure in den Städten und Gemeinden zu
mehr Anstrengungen und konkreten Maßnahmen zum
Schutz von Natur und Artenvielfalt zu motivieren
und dabei zu unterstützen. Mit dem Fragebogen des
Wettbewerbs werden dazu in Deutschland
entsprechend Standards gesetzt, an denen sich
Kommunen orientieren können. In Kooperation mit
den renommierten internationalen
Umweltorganisationen ICLEI (Local Governments for
Sustainability, Europasekretariat) und IUCN
(International Union of Nature Conservation)
werden zu allen Aspekten der Biodiversität
Workshops angeboten. Somit ist eine Teilnahme an
dem Wettbewerb nicht nur mit einer Auszeichnung,
die von großer öffentlicher Wahrnehmung ist,
sondern auch mit einem kommunalen
Biodiversitätsaudit verbunden.
Der Zeitplan sieht vor, dass im Juli 2010 alle
deutschen Städte und Gemeinden angeschrieben
werden und dann vier Monate Zeit haben, sich zu
bewerben. Die Auswertung erfolgt nach einem vorher
festgelegten Punktevergabesystem und wird durch
eine Arbeitsgruppe, in der auch die Stiftung
„Lebendige Stadt“ vertreten ist, begleitet.
Gemeinsam wird die „Bundeshauptstadt der
Biodiversität“ gekürt. Die Gewinnerstadt wird im
April 2011 auf einer Auszeichnungsfeier prämiert.
Die Ergebnisse und „Best-practice-Beispiele“
werden dokumentiert und den Städten und Gemeinden
zur Verfügung gestellt.

Der nationale Wettbewerb ist eingebunden in das
europäische Projekt „Capitals of Biodiversity“.
Mit Deutschland, Frankreich, Spanien, Ungarn und
der Slowakei wird der Wettbewerb zeitgleich in
insgesamt fünf Ländern ausgetragen. Dadurch reicht
der Blick über den nationalen Horizont hinaus, was
gerade beim Thema Biodiversität unverzichtbar ist.
Die EU fördert diesen Wettbewerb über ihr
Naturschutzförderprogramm „LIFE“. Um eine
europaweite Struktur aufzubauen und weitere Länder
zur Teilnahme zu gewinnen, sind zahlreiche
Informationsmaßnahmen auf europäischer Ebene und
ein intensiver Austausch mit den zuständigen
Ministerien vorgesehen. Parallel wird ein
europäisches Monitoring-System für Biodiversität
in urbanen Räumen aufgebaut.
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