Informationen zu dem Projekt
„Umgestaltung des Schulhofes der Grundschule
Dom-Schule in Lübeck“
Die Dom-Schule, inmitten Lübecks
Altstadt, wird 2009 ihr 175-jähriges Jubiläum
begehen. Sie ist eine beliebte und renommierte
Grundschule mit integrativem Zweig. Ein Schulhort
ist direkt an die Schule angegliedert und in den
Schulräumen untergebracht. Schüler und
Schülerinnen aus einem sehr breit gestreutem
sozialen Spektrum durchlaufen ihre erste und
prägende Schulzeit in der Dom-Schule. Sie hat ein
großes Einzugsgebiet sowohl aus der umgebenden
Altstadt, als auch dem erweiterten
Innenstadtbereich. Eltern und SchülerInnen
identifizieren sich sehr mit der Dom-Schule und
engagieren sich seit Jahren bei der steten
Weiterentwicklung und Verbesserung des schulischen
Umfeldes.
Täglich bevölkern 231 SchülerInnen im Alter von
6-11 Jahren den Schulhof der Dom-Schule. Die
SchülerInnen nutzen den Schulhof sowohl in den 4
Pausen als auch vor und nach dem Schulbetrieb
(Hort). In Zukunft wird dem Schulhof eine noch
größere Bedeutung zukommen, wenn sich die
Dom-Schule, wie vorgesehen, zu einer offenen
Ganztagsschule entwickeln wird.
Der Schulhof ist im Verhältnis zur
SchülerInnenzahl sehr klein (ca. 1100 m²) und
bietet durch seine Lage innerhalb der dicht
bebauten Lübecker Altstadt keinerlei
Erweiterungsmöglichkeiten. Die Nutzungsmöglichkeit
für die Kinder ist aufgrund mangelnder Spielgeräte
und Freiflächen niedrig. Das hieraus resultierende
Konfliktpotential hat dazu geführt, daß viele
SchülerInnen ihre Pausenzeit im Schulgebäude
selbst verbringen.

Die letzte umfassende Sanierung des Schulhofes
erfolgte im Jahr 1977/78. Auch in Hinblick auf das
anstehende Jubiläum der Dom-Schule entstand von
Seiten der SchülerInnen und ihrer Eltern der
Wunsch nach einer Umgestaltung des Schulhofes, die
den Bedürfnissen der SchülerInnen gerecht wird.
Die Planungsgruppe innerhalb des Schulvereins hat
sich das Ziel gesetzt, wie in einem Altstadthaus,
alle Winkel der vorhandenen Schulhoffläche
auszunutzen und sie kindgerecht und kreativ
auszugestalten.
Die besondere topographische Lage der Dom-Schule
wird geschichtsinteressierten Lübeckern und ihren
auswärtigen Besuchern auch in Stadtführungen immer
wieder gerne vergegenwärtigt. Sie liegt an der
früheren Grenze der städtisch-bürgerlichen bzw.
kirchlichen Gerichtsbarkeiten. Die Delinquenten
konnten durch die Straße „Fegefeuer“ laufen und
bei guten Ortskenntnissen das „Paradies“ (Portal
des Domes) erreichen. Ungünstiger verlief ihre
Flucht, wenn sie in die Blindgasse „Hölle“
einbogen...
In Anspielung auf diese Lage der Domschule
zwischen dem Paradies und der Hölle ist das Motto
für die inhaltliche Ausgestaltung des
Schulhofprojektes: Schule zwischen Himmel und
Hölle. Allerlei Assoziationen werden hierzu leicht
wachgerufen (u.a. „Himmelssturm und Höllenfrust –
Kinder in Bewegungslust“) und fördern eine
phantasievolle, kreative Auseinandersetzung mit
der Vergangenheit und der daraus entstandenen
schularchitektonischen Umgebung.

Ab Januar 2007 fanden erste Treffen des
Schulvereins statt, in welchen die Dimension und
Notwendigkeit einer Schulhofsanierung besprochen
wurden. Damit die Kinder sich mit Ihrem Schulhof
identifizieren können, wurden sie in
Beteiligungsprojekten fortlaufend an der
inhaltlichen Ausgestaltung beteiligt. Für die
weitere Bearbeitung und Entwicklung wurde das
Planungsbüro Haberkorn beauftragt, das langjährige
Erfahrungen im Bereich der Spielgeräte- und
Spielplatzgestaltung vorweisen kann.

Ministerpräsident Carstensen,
Kuratoriumsmitglieder der Stiftung "Lebendige
Stadt" mit Friederike Beyer, Vorstandsmitglied der
Stiftung "Lebendige Stadt", Schülern der
Dom-Schule.
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