Dauerhafte künstlerische Illumination des
Reichstagsgebäudes
Mit einem Festakt wurde am 22. Mai
2009 anlässlich des 60. Gründungstages der
Bundesrepublik Deutschland die neue dauerhafte
Gesamtillumination des Reichstagsgebäudes
eingeweiht. Die künstlerische Illumination ist ein
Geschenk der Gemeinschaftsinitiative der Stiftung
„Lebendige Stadt“, der Stiftung Zukunft Berlin
sowie der Sparkassen, die die Kosten der
Installation in Höhe von rund einer Million Euro
übernommen haben. Schirmherr war
Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, der
mit seinem Knopfdruck die rund 400 Leuchten
einschaltete und das Reichstagsgebäude in ein
warmweißes Licht tauchte.

Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der
Stiftung „Lebendige Stadt“, betonte den
Vorbildcharakter dieses Projekts: „Das
Reichstagsgebäude soll ein leuchtendes Beispiel
dafür sein, wie man mit weniger Energie mehr
städtebauliche Qualität erreichen kann.“
Das Illuminationskonzept stammt von dem
renommierten Hamburger Lichtkünstler Michael Batz,
der sich im Sommer 2008 in einem bundesweiten
Wettbewerb mit seinem Entwurf durchgesetzt hat.
Der Fachjury unter dem Vorsitz von Senator a.D.
Dr. Volker Hassemer (Vorstandsvorsitzender
Stiftung Zukunft Berlin) gehörten Prof. Peter
Andres (Peter Behrens School of Architecture),
Prof. Christoph Gengnagel (Universität der Künste
Berlin), Dr. Christian Hanke (Bezirksbürgermeister
Berlin Mitte), Prof. Jörg Haspel
(Landeskonservator Landesdenkmalamt Berlin),
Kaspar Kraemer (Kaspar Kraemer Architekten BDA),
Dr. Heike Kramer (Direktorin Gesellschaftliches
Engagement und Veranstaltungsmanagement,
Sparkassen-Finanzgruppe), Dr. Andreas Mattner
(Vorstandsvorsitzender Stiftung „Lebendige Stadt“
und Vertreter Hamburgs bei LUCI), Dr. Sören Roos
(Leiter des Präsidialbüros des
Bundestagspräsidenten) sowie Dr. Ingrid Wagner
(Senatskanzlei Berlin, Vertreterin für
Kulturstaatssekretär André Schmitz) an.

Die künstlerische Leitidee des Siegerentwurfs
besteht in der Synthese von architektonischer
Identität, städtebaulicher Qualität,
demokratischer Symbolik und zeitgemäßem Design.
Konzentrierte sich die bisherige Beleuchtung
allein auf das Eingangsportal, werden nun erstmals
alle vier Fassadenseiten, die Freitreppen und
Dachskulpturen illuminiert. Die Grundfarbe der 400
Strahler ist ein warmes weißes Licht, Ornamente
und symbolhafte Fassadenelemente werden
akzentuiert. Das Ergebnis ist ein unaufdringliches
und würdevolles Bild des Reichstagsgebäudes in
seiner stadträumlichen Umgebung. Um verschiedenen
Anforderungen und Anlässen gerecht zu werden, hat
Batz insgesamt drei verschiedene Lichtszenarien
entworfen.

Auch aus ökologischer Sicht setzt die Illumination
neue Maßstäbe. Neben einer großen Zahl von LEDs
kommen auch moderne Metallhalogendampflampen (MHD)
zum Einsatz. Teils als Bodeneinbauleuchten im
historischen Charlottenburger Pflaster, teils
unmittelbar am Gebäude in bis zu 45 Metern Höhe
installiert, erfüllen sie höchste Ansprüche. So
wird der Bundestag mit der neuen Illumination
seinen bisherigen Energieverbrauch für die
Außenbeleuchtung reduzieren. Durch den Einsatz
modernster Beleuchtungstechnik können künftig
durchschnittlich 60 Prozent Energie oder 33 Tonnen
CO2 pro Jahr eingespart werden. Und nicht nur beim
Stromverbrauch erweist sich das neue Licht als
sparsam: Auch die Wartungskosten sind durch die
lange Lebensdauer der eingesetzten Lampen gering.
Zu diesem Zweck werden Leuchtdioden mit besonders
langer Betriebsdauer von mindestens 50.000 Stunden
eingesetzt.

Die Idee zu dem künstlerischen Beleuchtungskonzept
geht zurück auf die zeitweilige Illumination des
Reichstagsgebäudes durch die Stiftung „Lebendige
Stadt“ während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.
Viele Menschen hatten daraufhin den Wunsch
geäußert, die herausragende Stellung des Gebäudes
im Parlaments- und Regierungsviertel der
Hauptstadt mit einer dauerhaften
Gesamtillumination zu betonen. Dieser Wunsch ist
nun dank der Gemeinschaftsinitiative der Stiftung
„Lebendige Stadt“, der Stiftung Zukunft Berlin und
der Sparkassen-Finanzgruppe Realität geworden.
Mehr als 3.600 geladene Gäste kamen am 22. Mai
2009 zur Einweihung der Illumination vor der
Westfassade des Reichstagsgebäudes zusammen –
darunter Bundesminister, Ministerpräsidenten sowie
Mitglieder der Bundesversammlung, die am nächsten
Tag den Bundespräsidenten wählten.
Das Berliner Reichstagsgebäude wurde zwischen 1884
und 1894 nach den Entwürfen des Architekten Paul
Wallot errichtet. Nach dem Umbau durch den
britischen Architekten Sir Norman Foster ist das
Gebäude seit April 1999 offizieller Sitz des
Deutschen Bundestages.

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