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Grünflächen prägen eine Stadt
Städtische Grünflächen kennzeichnen eine Stadt als
wesentliche Erkennungsmerkmale und machen sie uns
vertraut.
Freiräume und Grün in einer Stadt fördern soziale
Kontakte, gliedern den öffentlichen Raum in
überschaubare Zwischenräume und erleichtern es
vielen, Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen.
Das ist nicht nur gesund, sondern entlastet auch
Stadt- und Ortskerne von Verkehr.
Grün verbindet und schützt vor Lärm
Straßenbegleitgrün, gelungene Überführungen oder
Grünbrücken nehmen Verkehrswegen einiges von ihrer
trennenden Wirkung. Pflanzen werten Lärmschutzwälle
oder Lärmschutzwände auf. Geeignet gestaltete Hecken
schützen zudem vor Lärm.
Grün hilft im Klimawandel
Unsere Städte müssen künftig mit steigenden
Temperaturen besser zu Recht kommen. Sie müssen sich
auch auf zunehmende Extremwetterereignisse
einstellen und deren Folgen bewältigen. Dazu werden
Frischluftschneisen und Grünzüge zu erhalten oder
auszubauen und versiegelte Flächen soweit irgend
möglich zu entsiegeln sein, um sie wieder als
Ausgleichsköper im Wasserkreislauf funktionieren zu
lassen.
Viele Städte erwärmen sich heute schon um bis zu 2°C
gegenüber ihrem Umland. Reine Betonburgen ragen als
Hitzeinseln nochmals heraus. Hier ist mit intensiver
Begrünung gegenzusteuern; denn Klimaanlagen
verstärken das Problem.
Nur mit einer umfassenden Strategie können wir
solche Folgen von Überhitzungen in Innenstädten
eindämmen. Dazu leisten innerstädtische Begrünungen
wo immer möglich und sinnvoll einen wesentlichen
Beitrag.
Dachbegrünungen können hier ebenfalls wertvoll
wirken. Sie dämpfen den Abfluss und entlasten die
Kanalisation. Nachts fungieren sie als Kälteinseln
und verstärken kühlende Windströmungen. Im Winter
helfen Dachbegrünungen, durch ihre isolierende
Wirkung Heizenergie zu sparen. Im Sommer halten sie
die Räume darunter kühler.
Vernetztes Grün und neues Grün
Innerörtliches Grün nützt vielfältig, wenn es
vernetzt ist. Architekten, Grünplaner und
Verwaltungsfachleute müssen hier zusammenarbeiten
und die Öffentlichkeit einbeziehen. Im Sinne einer
„doppelten Innenentwicklung“ gilt es in
Siedlungsbereichen mit einem Defizit an
innerörtlichem Grün auch neue Grünflächen zu
entwickeln.
Planungen müssen schon beim ersten Federstrich dem
Gedanken des vernetzten Grüns Rechnung tragen. Wir
brauchen Grünflächen und Grünadern, die Umland und
Städte miteinander verbinden und dadurch unsere
Städte lebenswert gestalten und erhalten.
Tanja Gönner
Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg |