Stiftung Lebendige Stadt
Welcome ImpressumDiesen Text in deutsch anzeigenViews this text in english

Grünflächen in der Stadt befriedigen menschliche Grundbedürfnisse. Sie gestalten unsere Städte und Gemeinden lebenswerter und gesünder. Sie bieten Freiraum für das allgemeine Wohlbefinden und für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Junge Menschen lernen Achtung vor der belebten Natur und damit auch Achtung vor ihren Mitmenschen. Das ist Nachhaltigkeit in ökologischer und sozialer Hinsicht.

 

Grünflächen prägen eine Stadt
Städtische Grünflächen kennzeichnen eine Stadt als wesentliche Erkennungsmerkmale und machen sie uns vertraut.
Freiräume und Grün in einer Stadt fördern soziale Kontakte, gliedern den öffentlichen Raum in überschaubare Zwischenräume und erleichtern es vielen, Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Das ist nicht nur gesund, sondern entlastet auch Stadt- und Ortskerne von Verkehr.

Grün verbindet und schützt vor Lärm
Straßenbegleitgrün, gelungene Überführungen oder Grünbrücken nehmen Verkehrswegen einiges von ihrer trennenden Wirkung. Pflanzen werten Lärmschutzwälle oder Lärmschutzwände auf. Geeignet gestaltete Hecken schützen zudem vor Lärm.

Grün hilft im Klimawandel
Unsere Städte müssen künftig mit steigenden Temperaturen besser zu Recht kommen. Sie müssen sich auch auf zunehmende Extremwetterereignisse einstellen und deren Folgen bewältigen. Dazu werden Frischluftschneisen und Grünzüge zu erhalten oder auszubauen und versiegelte Flächen soweit irgend möglich zu entsiegeln sein, um sie wieder als Ausgleichsköper im Wasserkreislauf funktionieren zu lassen.
Viele Städte erwärmen sich heute schon um bis zu 2°C gegenüber ihrem Umland. Reine Betonburgen ragen als Hitzeinseln nochmals heraus. Hier ist mit intensiver Begrünung gegenzusteuern; denn Klimaanlagen verstärken das Problem.
Nur mit einer umfassenden Strategie können wir solche Folgen von Überhitzungen in Innenstädten eindämmen. Dazu leisten innerstädtische Begrünungen wo immer möglich und sinnvoll einen wesentlichen Beitrag.
Dachbegrünungen können hier ebenfalls wertvoll wirken. Sie dämpfen den Abfluss und entlasten die Kanalisation. Nachts fungieren sie als Kälteinseln und verstärken kühlende Windströmungen. Im Winter helfen Dachbegrünungen, durch ihre isolierende Wirkung Heizenergie zu sparen. Im Sommer halten sie die Räume darunter kühler.

Vernetztes Grün und neues Grün
Innerörtliches Grün nützt vielfältig, wenn es vernetzt ist. Architekten, Grünplaner und Verwaltungsfachleute müssen hier zusammenarbeiten und die Öffentlichkeit einbeziehen. Im Sinne einer „doppelten Innenentwicklung“ gilt es in Siedlungsbereichen mit einem Defizit an innerörtlichem Grün auch neue Grünflächen zu entwickeln.
Planungen müssen schon beim ersten Federstrich dem Gedanken des vernetzten Grüns Rechnung tragen. Wir brauchen Grünflächen und Grünadern, die Umland und Städte miteinander verbinden und dadurch unsere Städte lebenswert gestalten und erhalten.

Tanja Gönner
Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg