Stiftung Lebendige Stadt
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„Wer stiftet, will Gutes tun“ von Alexander Stuhlmann

Stiften hat eine lange Tradition. Das Wort „Mäzenatentum“ geht auf das kulturelle Engagement des römischen Kaisers Augustus zurück, der seinen vermögenden Freund und Berater Maecenas beauftragte, die besten Dichter seiner Zeit zu fördern.

 

Im Mittelalter dominierte die Kirche als Stifterin; Renaissance und Humanismus brachten die europäischen Fürstenhäuser als bedeutende Mäzene hervor. Mit der industriellen Revolution traten Unternehmerpersönlichkeiten in die Fußstapfen der Fürsten. Die Demokratisierung der Gesellschaft schärfte das Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl, sodass Stiften heute in der modernen Bürgergesellschaft auch in einer breiteren Bevölkerungsschicht einen hohen Stellenwert genießt. Dies findet seinen Ausdruck in der deutlich steigenden Zahl von Stiftungsneugründungen in den vergangenen Jahren.

Wer stiftet, will Gutes tun – damals wie heute. Dieses Credo gilt auch für die gemeinnützige Stiftung „Lebendige Stadt“, in der erstmals Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, um unsere Städte noch attraktiver zu gestalten. Als Veranstaltungsort für den nächsten europäischen Stiftungskongress unter dem Motto „Leben in der Stadt“ hätte das Stifterkuratorium kaum eine bessere Wahl treffen können als Hamburg.

Erstens ist Hamburg die deutsche Stiftungshauptstadt: Derzeit gibt es über 900 Stiftungen in der Hansestadt – Tendenz weiter steigend. Es hat seit jeher Tradition, dass in Hamburg viele Privatpersonen Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.

Zweitens macht sich in Hamburg, das schon immer zur städtebaulichen Avantgarde zählte, derzeit einmal mehr Aufbruchstimmung breit: Mit dem „Sprung über die Elbe“ will Hamburg in den nächsten 20 Jahren den Bogen von der City bis nach Harburg schlagen und dadurch Raum für Wohnungsbau und neue Arbeitsplätze schaffen. Allein der Bau der Hafencity, mit der sich Hamburgs Innenstadt um gut 40 Prozent zur Elbe hin erweitert, gilt als eines der ehrgeizigsten Stadtentwicklungsprojekte ganz Europas.

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ setzt sich selbst aktiv und erfolgreich für die Erneuerung des Stadtbildes in Hamburg ein: Sie ist einer der Hauptsponsoren des Illuminationsprojektes in der Speicherstadt, das mit der anspruchsvollen Lichttechnik des Künstlers Michael Batz die bis dahin nachts dunkle Speicherstadt zum Erstahlen bringt und so zum Leben erweckt. Außerdem unterstützt die Stiftung in Hamburg die Neugestaltung des Jungfernstiegs, der sich derzeit einer umfassenden Verjüngungskur unterzieht. Dabei werden traditionelle Elemente mit neuen städtebaulichen Ideen und Akzenten verknüpft. Ziel der Stiftung ist es, den Jungfernstieg wieder zum „Prachtboulevard“ und zur Top-Adresse zu machen – auf Augenhöhe mit Mailand, London und Barcelona. Diese Beispiele machen eines deutlich: städtebauliches Engagement lohnt sich, und wer sich für die Stiftung „Lebendige Stadt“ einsetzt, tut gleich doppelt Gutes.