Stiftung Lebendige Stadt
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„Gemeinsam für eine Neue Urbanität“ von Dieter Ullsperger

Sind Investitionen in neue, zusätzliche Immobilien für unsere Städte und Gemeinden noch zielführend ? Werden diese Immobilien überhaupt benötigt ? Diese Fragen sind oberflächlich vergleichsweise rasch zu beantworten: Wohl kaum – angesichts der hohen Leerstandsraten und der immer noch zunehmenden Fertigstellungen.

 
Setzt man sich allerdings intensiver mit der aktuellen Situation deutscher Städte und Gemeinden auseinander, stellt man schnell fest, dass ein differenzierteres Urteil angebracht ist.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel hat die deutschen Städte und Gemeinden nachhaltig geprägt. Funktions- und Bedeutungsverluste der Innenstädte sowie Abwanderung der Bevölkerung aus den Städten in das Umland sind hierfür die auffälligsten Merkmale. Über große Flächen entstanden neue Wohn- und Gewerbegebiete im Einzugsgebiet der Städte. Der Flächenverbrauch von circa 120 Hektar Neubauland pro Tag ist rekordverdächtig und scheint weit von der bundespolitisch anvisierten Zielmarke von 30 Hektar im Jahre 2020 entfernt zu sein.

Viele deutsche Städte verfügen über einen teilweise überalterten Wohnungsbestand und in Teil-bereichen nicht mehr zeitgemäße innerstädtische Lebensräume. Nachdem der überwiegende Teil des Wohnungsbestandes noch in industriell geprägten Zeiten entstanden ist, hat der dementsprechende Bevölkerungsanteil stark abgenommen. Die Erkenntnis, dass rund 60% der aus den Städten abwandernden Bevölkerung zur Miete in das Umland zieht, ist ein klares Indiz dafür, dass vielfach strukturelle bzw. qualitative Mängel vorliegen.

Die oben angeführten Leerstände sowie der zunehmende Verfall älterer Bausubstanz sind die logische Konsequenz. Es gilt als sicher, dass Perforations- und Konzentrationsstandorte die zukünftige Stadtplanung maßgeblich beeinflussen werden. Deshalb kann die Frage nach dem Bedarf an neuen Immobilien mit einem deutlichen Ja beantwortet werden., Da Leerstände häufig auf veraltete Strukturen zurückzuführen sind, müssen nachhaltige Konzepte für eine Neue Urbanität geschaffen werden. Es gilt:

  • die Attraktivität des innerstädtischen Lebensraumes zu erhöhen,
  • die zunehmende Suburbanisierung einzudämmen,
  • die Wohnqualität den Anforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft anzu-passen,
  • die Nutzungsvielfalt im gewerblichen Bereich zu erhöhen und
  • die Auslastung und den Ausbau vorhandener Infrastruktur zu intensivieren.

Während bisher die zahlreichen, vermeintlich wirtschaftlichen Vorteile neuer Wohn- und Gewerbegebiete gegenüber der Überplanung bzw. Revitalisierung brachliegender Flächen im Vordergrund standen, werden sich die Städte und Gemeinden zukünftig intensiver mit den städtebaulichen Folgen von Entwicklungsvorhaben auseinandersetzen müssen.

Im Ergebnis dieser Auseinandersetzung sind den oft unrentierlich erscheinenden Kosten der Revitalisierung von Brachflächen die zahlreichen positiven Effekte für das Umfeld und die Gesellschaft gegenüber zu stellen:

  • Die effektive Ausnutzung bestehender Infrastruktur
  • Der Erhalt vorhandener städtebaulicher und räumlicher Funktionen
  • Innerstädtische Expansionsmöglichkeiten ohne zusätzliche Flächenausdehnung
  • Schaffung neuer Bauwerke ohne die Beseitigung erhaltenswerter Gebäude
  • Die Schaffung neuer zukunftsweisender Urbanität im Stadtgebiet

Aufgrund der erheblichen Ausstrahlungswirkung großer innerstädtischer Brachflächen und der Komplexität der erforderlichen Planungs- und Entwicklungsleistungen sind für diese Objekte klare städtebauliche Strategien und flächenbezogene Nutzungskonzepte unabdingbar.

Neben dem Einsatz geeigneter Planungsinstrumente wie städtebauliche Rahmenverein-barungen oder Vorhaben- und Erschließungspläne sind verlässliche und professionelle Partner-schaften zwischen der Öffentlichen Hand und dem Projektentwickler bzw. dem Investor die wichtigsten Säulen der erfolgreichen Revitalisierung. Wichtig ist, dass sich die Partner derartiger Projekte gegenseitig verstehen, die jeweilige Interessenslage (er-)kennen, respektieren und kompromissbereit sind. Erwartungshaltungen an das lokal mögliche Planungs- bzw. Baurecht müssen ebenso marktrealistisch sein, wie die Beteiligungsforderungen an Aufwendungen für öffentliche Einrichtungen. Letztlich bestimmen die Professionalität, die Flexibilität und das Verantwortungsbewusstsein der Partner den Prozess und den Erfolg des gesamten Projektes.

Unternehmen wie die aurelis Real Estate stellen bereits heute die erforderliche Professionalität und Kompetenz in der Entwicklung großer städtischer Areale mit prägendem Charakter erfolgreich unter Beweis. In enger Abstimmung mit Kommunen, Investoren und anderen Marktteilnehmern entwickelt aurelis wirtschaftliche und städtebaulich wegweisende Nutzungskonzepte. Gemeinsam gilt es, nicht mehr zeitgemäße innerstädtische Strukturen neu zu gestalten bzw. bestehende Strukturen weiter zu entwickeln – für eine Neue Urbanität.