Eröffnung des lebendigen Jungfernstiegs - Eröffnungsfeier
Mit einem großen Fest feierte Hamburg vom 19. – 21. Mai 2006 die Eröffnung des Jungfernstiegs nach seiner eineinhalbjährigen Neugestaltung. Aus diesem Anlass fand der „Tag der lebendigen Stadt“ in diesem Jahr in Hamburg statt.
Bei der Umgestaltung des Jungfernstiegs handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung „Lebendige Stadt“ und der Freien und Hansestadt Hamburg. Der eigens gegründete Förderverein „Lebendiger Jungfernstieg e.V.“ warb Spenden ein, koordinierte die Wünsche und Interessen von Behörden und Anliegern und übernahm als Bauherr die Verantwortung für einen Teil der Umbaumaßnahmen.
Mit der vom Lebendigen Jungfernstieg e.V. organisierten Eröffnungsfeier wurde der neu gestaltete Jungfernstieg den Bürgerinnen und Bürgern Hamburgs offiziell übergeben. Viele Tausend Besucher feierten dieses Ereignis. Die Feierlichkeiten trugen das Motto „gestern – heute – morgen“. Das Motto war nicht nur dem ähnlich lautenden Titel des Buches „Der Jungfernstieg gestern – heute – übermorgen“ entliehen, sondern sollte auch den Brückenschlag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Hamburgs Zukunft zum Ausdruck bringen. Dieser Brückenschlag ist nicht nur aus architektonischer Sicht zwischen den beiden Polen des Jungfernstiegs mit dem traditionellen unter Denkmalschutz stehenden Alsterpavillon auf der einen und dem neuen modernen Glaspavillon auf der anderen Seite gelungen: An die Fertigstellung des Jungfernstiegs als beispielgebendes Projekt von Public Privat Partnership schließt sich auch ein neues Großprojekt in Hamburg an – das zukünftige Wahrzeichen Elbphilharmonie.
Von besonderer Bedeutung für die Feierlichkeiten war der Grundgedanke der Landschaftsarchitekten um Professor Hinnerk Wehberg und des Architekten André Poitiers, dass der Jungfernstieg wieder zu einer Kulturmeile werden soll. Hierzu wurde der Anleger zu einer Freilufttribüne umgestaltet, von der aus die Binnenalster als Bühne betrachtet werden kann. Gemeinsam mit dem NDR bespielte der Verein zur Eröffnung eine in dieser Form bislang noch nie da gewesene Wasserbühne vor dem Alsteranleger. Zudem brachte sich Radio Hamburg mit einem unterhaltsamen und bunten Programm auf einer zweiten Bühne in das Fest ein. Hamburger Kulturhäuser - wie z.B. das Deutsche Schauspielhaus, die Komödie Winterhuder Fährhaus und der Engelsaal - unterhielten auf der Wasserbühne die Besucher mit ihren Darbietungen. An allen drei Tagen fanden täglich zwei Modenschauen statt, bei denen Models tänzerisch die Mode von gestern, heute und morgen vorführten.
Am Freitag begann die Eröffnungsfeier mit der Pflanzung der letzten Silberlinde im Beisein von Spender Professor Günther Fielmann. Stadtentwicklungssenator Dr. Michael Freytag, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“, Dr. Andreas Mattner, und der Vorstandsvorsitzende des „Lebendiger Jungfernstieg e.V.“ gaben gemeinsam den Startschuss für das Volksfest.
Am Samstagnachmittag fand eine Expertendiskussion zum Thema „Der Jungfernstieg gestern – heute – morgen“ statt, in der das Projekt u.a. durch Hamburgs Oberbaudirektor Professor Jörn Walter und die Architekten reflektiert wurde.
Hamburgs Erster Bürgermeisters Ole von Beust eröffnete in Gegenwart des Hauptmäzens Prof. Dr. h.c. Werner Otto, des Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung „Lebendige Stadt“, Alexander Otto, und Dr. Michael Otto feierlich den neu gestalteten Jungfernstieg.
Lichtkünstler und Szenograf Michael Batz verzauberte die Besucher abends mit einer musikalischen Licht- und Wasserinszenierung auf der Binnenalster. Auf einer bis dahin noch nie in Hamburg zu sehenden Wasserwand wurde bildlich die Historie und Neugestaltung des Jungfernstiegs gezeigt, das WM-Blue Goal der Binnenalster wurde mit Lasern in Szene gesetzt, das Ufer der Lombardsbrücke wurde illumiert und ein Feuerwerk bildete den krönenden Abschluss dieser beeindruckenden Inszenierung.
Am Sonntag richtete sich der Blick in die Hamburgs Zukunft. Themenschwerpunkte waren die Kultur- und Sportstadt Hamburg. Die Stiftung Elbphilharmonie präsentierte das Projekt Elbphilharmonie. Hamburgs renommierten Sportvereine - u.a. HSV, Hamburg Freezers, Hamburg Sea Devils - unterstrichen Hamburgs Anspruch als Sportstadt. Zudem wurden diese beiden Themen in Podiumsdiskussionen von Experten erörtert. Teilnehmer waren u.a. Hamburgs Kulturstaatsrat Dr. Detlef Gottschalck, Vorstandsmitglied der Stiftung „Lebendige Stadt“ Michael Batz, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Elbphilharmonie Dr. Bernd Eckhardt, Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig, Dr. Andreas Mattner, MdHB, HSB-Präsident Günter Ploß, HSV-Aufsichtsratsvorsitzender Udo Bandow und Freezers-Manager Boris Capla.
Herausragende Showelemente wie die täglichen Hochseilvorführungen der Traber-Familie über der Binnenalster, ein buntes Bühnenprogramm mit unterschiedlichsten Musikrichtungen, viel Entertainment, kulturelle und sportliche Vorführungen zu Land und zu Wasser, eine Kinderanimation sowie Hamburger Gastronomie machten die Eröffnungsfeier zu einem Highlight des Jahres.
Gegen Ende des Festes, am späten Sonntagnachmittag, kam es bei der Show der berühmten Artistenfamilie Traber zu einem tragischen Unfall, als die Spitze eines 35 Meter hohen Mastes abknickte, an der Johann Traber junior gerade balancierte und pendelte. Der 22-Jährige, der von einem Sicherungsseil aufgefangen wurde, musste schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Die Veranstaltungsszeiten:
Freitag – Samstag von 10.00 – 24.00 Uhr
Sonntag 10.00 – 22.00 Uhr
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